Gentechnik

Für die Wissenschaft tun sich kontinuierlich weitere Felder praktischer Anwendungsmöglichkeiten auf. Das gilt auch für den Bereich der Gentechnik. Für die Forscher stellte sich im Laufe der Zeit die Frage, ob es möglich sei, bestimmte Gene aus einem Zellkern zu isolieren, um sie dann in einen ganz anderen Kern zu übertragen. Dies schien erreichbar, da die Pflanzenzelle von den gleichen Strukturen gesteuert wird wie die Tier- und Menschenzelle und der genetische Code bei allen Zellen gleich ist. Allerding galt es dabei, eine große Hürde zu bewältigen: die Größenverhältnisse der Gene als Teilabschnitte der Chromosomen ließen es nicht zu, dass mit feinen Werkzeugen an ihnen gearbeitet wurde. Erst seit man seit den siebziger Jahren mit Hilfe von sogenannten Restriktions - Enzymen, die man in die Zelle einschleuste, in der Lage war, Gene an vorbestimmten Stellen zu zerschneiden und ein fremdes Gen an den Schnittstellen einzufügen und zu verkleben, was die Tür zu einer unübersehbaren Entwicklung geöffnet: Gene von Bakterien und Erbsen ließen sich nun genauso zusammenfügen, wie die von Walfisch und Buntspecht oder Mensch und Maus.

Gentechnik und Medizin

Vor allem auf dem Gebiet der Medizin wurden dank der Gentechnik Fortschritte erreicht. Das Erbmaterial von Bakterien tritt außer im ringförmigen Bakterien - Chromosom zum Teil auch in ringförmigen Plasmiden auf. Damit sind sie in der Lage, genetische Informationen untereinander auszutauschen. Diese Tatsache machten sich die Forscher zu eigen, um bei E. coli, einem Bakterium, das im menschlichen Darm auftritt, die ringförmige Erbsubstanz aufzutrennen und ein menschliches Gen, das in unserem Organismus die Produktion des Hormons Insulin steuert, einzuschleusen. So entstand ein Einzeller, der menschliches Insulin produziert, ein Hormon, das für die Regulierung des Zuckergehaltes im Blut des Menschen von größter Bedeutung ist. Da sich E. coli sehr schnell vermehrt, und das Fremdgen mit vererbt wird, entwickelte man mithilfe der Gentechnik ein Verfahren, um Bakterien menschliches Insulin erzeugen zu lassen. Heute produzieren Mikroorganismen in großen Fermentationsanlagen verschiedenste Grundstoffe für Pharmaunternehmen. Große Erwartungen setzt man in der gentechnologischen Forschung auch in die Bekämpfung von Pilzen, Viren und Bakterien, soweit diese als Krankheitserreger den Menschen, Tiere oder Pflanzen befallen.

Gentechnik in der Produktion von Nutzpflanzen

Auch für die Produktion von Nutzpflanzen spielt die Gentechnik eine immer größere Rolle. Gentechnisch veränderte Nahrungsmittel führten in letzter Zeit auch immer wieder zu kleineren Erkrankungen, wie beispielsweise Parodontose, Magen-Darm-Beschwerden und dergleichen. Für die chemische Industrie wird es nämlich immer schwieriger, der Landwirtschaft Herbizide anzubieten, die einerseits die Unkräuter auf dem Feld vernichten, andererseits jedoch die Kulturpflanze nicht schädigen. Nach dem Eintrag von Giften über lange Zeit, ist die Zahl der Organismen, die resistent gegen die herkömmlichen Mittel geworden ist, ständig gestiegen.